Städtebaulicher Entwurf Dortmund-Hörde

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Dortmund-Hörde und die angrenzenden Industriegebiete - ein städtebaulicher Entwurf

Bereits 1992 erkannten Susanne Schamp und Richard Schmalöer, dass mit dem Ende der industriellen Epoche, die den Ort Hörde über 150 Jahre geprägt hatte, die Chance für etwas vollständig Neues gegeben sein würde. Folglich überplanten sie die rund 110 Hektar große Hochofenfläche des Werkes Phoenix im Westen Hördes ebenso wie die nur 20 Hektar kleinere Stahlwerksfläche im Osten des Ortskerns. Ziel der selbstgestellten Aufgabe war das Weiterdenken städtebaulicher Entwicklung in ein neues Zeitalter. Es sollte der Anstoß für eine den Dortmunder Stadtteil Hörde heute auf unübersehbare Weise umstrukturierende Entwicklung sein.

Viele der Ideen, die die Stadt Dortmund 1994 mit dem Förderpreis für junge Künstler in der Sparte für Architektur und Städtebau auszeichnete und die schon ein Jahr zuvor den Ruhrgebietspreis für Immobilienentwicklung erhielten, befinden sich heute in der Phase der Realisierung.

Während Schamp & Schmalöer dazu 1992 auf die Erweiterung der Freizeitangebote zwischen dem Westfalen- und dem Rombergpark im Westen Hördes setzten und dort eine ca. 30 Hektar große Wasserfläche rund um das ursprüngliche Emschertal entwickelten, befindet sich der See nun tatsächlich auf der östlichen Seite, d. h. auf dem Stahlwerksgelände, im Bau. Auch dort existierten früher sumpfige Wasserflächen, die durch die Industrialisierung trocken gelegt wurden.

Während Schamp & Schmalöer einen Technologie- und Gewerbestandort in die geradezu surreal verdichtete Welt der alten Hallen, Kühltürme und Gasometer des Stahlwerks integrierten, so entsteht genau dieses Gebiet heute auf der Fläche von Phoenix-West.

Genau wie Schamp & Schmalöer haben auch die späteren kommunalen Planungen eine Anzahl der imposanten Industrierelikte als Landmarken und zur Weiternutzung erhalten, die den Reiz des Besonderen ausüben und als Bindeglied zwischen Geschichte und Zukunft fungieren.

Deutlich weiter als die städtischen Überlegungen gingen die Stadtplaner Susanne Schamp und Richard Schmalöer bei der Formulierung der Schnittstellen, der Übergänge zwischen ehemaligen Industriearealen und eigentlichem Stadtkörper. Hier wurden für die unterschiedlichen Situationen teilweise experimentelle, teilweise auf klassischen Strukturen basierende Konzepte entwickelt, deren Realisierung man sich als Bewohner der Stadt nur wünschen kann.

Den Stadtteil im Umbruch, den seit dem Ende der Stahlzeit jeder Besucher antrifft, nahmen Schamp & Schmalöer in ihrer städtebaulichen Vision also gut knapp 20 Jahre vorweg. Die Aktualität ihres Entwurfes wird beim Betrachten der alten Pläne und Modelle sofort deutlich.

 

Ruhrgebietspreis für Städtebau und Immobilienentwicklung 1993
Förderpreis der Stadt Dortmund für junge Künstler (Architektur- und Städtebau) 1994

Entwurf:1992